Dunkel war´s…

Veröffentlicht: 20. Dezember 2009 in Gedichte

Dunkel war’s, der Mond schien helle – schneebedeckt die grüne Flur
als ein Wagen blitzesschnelle
– langsam um die Ecke fuhr

Drinnen saßen stehend Leute
– schweigend ins Gespräch vertieft
als ein totgeschossner Hase – auf dem Wasser Schlittschuh lief

Und der Wagen fuhr im Trabe – rückwärts einen Berg hinauf
Droben zog ein alter Rabe – grade eine Turmuhr auf

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen – und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen – zwei Kamele lautlos Schach

Und auf einer roten Bank – die blau angestrichen war
saß ein blond gelockter Jüngling – mit kohlrabenschwarzem Haar

Neben ihm ’ne alte Schrulle – die kaum 18 Jahr alt war
in der Hand ’ne Butterstulle – die mit Schmalz bestrichen war

Und verliebt sprach er zu ihr – mein geliebtes Trampeltier
Augen hast du wie Korallen – die dir aus dem Kopfe fallen
und eine Nase sag ich dir – alle Kälber gleichen dir

Oben auf dem Apfelbaume – der sehr süße Birnen trug
hing des Frühlings letzte Pflaume – und an Nüssen noch genug

Von der regennassen Straße – wirbelte der Staub empor
und ein Junge bei der Hitze – mächtig an den Ohren fror

Beide Hände in den Taschen – hielt er sich die Augen zu
denn er konnte nicht ertragen – wie nach Veilchen roch die Kuh

Und zwei Fische liefen munter – durch das blaue Kornfeld hin
Endlich ging die Sonne unter – und der graue Tag erschien

Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe – abends in der Morgenröte
als er auf dem Nachttopf saß – und die Morgenzeitung las

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